2. Das Experiment

 

Die Ausgangssituation:

Offensichtlich müssen wir uns eingestehen, dass wir aus uns selbst heraus keine klare, objektive Sichtweise bezüglich der Existenz und des Wesens, dass wir umgangssprachlich meist Gott nennen, zu formulieren imstande sind. Auch ist es wenig sinnvoll, das was Menschen im Laufe der Zeit über Gott gesagt und/oder geschrieben haben zur Beantwortung dieser Frage heranzuziehen. Denn auch hier handelt es sich um Vorstellungen und Bilder von Gott, die nicht über reine Spekulation hinaus gehen. Der Einzige, der uns in diesem Punkt wirklich verbindlich Auskunft bezüglich dieser Fragen geben kann, ist Gott -sofern er existiert. Um genau das herauszufinden, möchte ich Sie einladen, Teil des folgenden Experiments zu werden.

 

Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und führen sich noch einmal alle bisher erörterten Tatsachen vor Augen. Welche einzig logische Schlußfolgerung lassen unsere bisherigen Überlegungen zu? Richtig, der Einzige der uns auf die Fragen, die uns beschäftigen, eine korrekte Antwort geben kann ist Gott selbst. Ganz unabhängig davon, ob er nun existiert oder lediglich ein Hirngespinst ist, die Antwort darauf können wir nur erhalten wenn wir ihn selbst fragen. Genau das wollen wir im nächsten Schritt tun.

 

Möglicherweise halten Sie es für absolut irrational, ein Wesen zu befragen, dessen Existenz Sie noch nicht einmal mit 100%iger Gewissheit bejahen können. Doch halt! Genau das ist der springende Punkt. Sie können nicht wissen, ob es Gott gibt oder nicht. Aber Sie können es herausfinden. Nur Mut. Was haben Sie schon groß zu verlieren? Sie können nur gewinnen.

 

Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie ungestört sind und dann fragen Sie. Fragen Sie nach dem großen Unbekannten. Was kann schon schlimmstenfalls passieren? Schlimmstenfalls haben Sie ein paar Minuten ihrer wertvollen Zeit damit vergeudet, zu einem Wesen zu sprechen, dass möglicherweise gar nicht existiert. Doch ist Ihnen die Gewissheit darüber nicht einen geringen Teil ihrer Lebenszeit wert? Warum nicht unkonventionell vorgehen? Wenn der Hund nicht zum Knochen kommt, dann muss eben der Knochen zum Hund.

 

Die richtige Wortwahl:

Für den Erfolg unseres Experiments ist die richtige Wortwahl sehr entscheidend. Grundsätzlich gilt: Seien Sie ehrlich. Sagen Sie Gott, dass Sie überhaupt keine Ahnung haben. Weder darüber ob er existiert, noch wie er heißt oder wie er ist. Sagen Sie ihm, dass Ihnen Ihrer Ansicht nach auch keine verlässlichen Informationen darüber vorliegen, denn kein Mensch -auch Sie nicht- ist in der Lage diese Frage mit 100%iger Sicherheit zu beantworten. Sagen Sie ihm, dass Sie nicht länger bereit sind, sich auf irgendwelche von Menschen gemachte Spekulationen hinsichtlich seiner Person zu verlassen, sondern von ihm persönlich wissen wollen, ob es ihn gibt und wenn ja, wie er denn ist. Fordern Sie ihn auf, dass, wenn er wirklich existiert, er selbst Ihnen von sich erzählen soll, damit Sie ihn kennenlernen können, wie er wirklich ist und sich nicht länger allein auf eigene Mutmaßungen verlassen müssen. Machen Sie ihm klar, dass, sofern er sich nicht meldet, Sie getrost davon ausgehen, dass er entweder nicht existiert oder es für ihn vollkommen uninteressant ist, was Sie von ihm denken oder ob Sie an ihn glauben und dass dann ja wohl mit keinen schwerwiegenden Konsequenzen zu rechnen sei, wenn Sie sich mit dem Thema nicht weiter belasten. Doch sollte es ihn wirklich geben, würden Sie sich sehr darüber freuen, wenn er sich bei Ihnen meldet, damit Sie ihn endlich kennenlernen können und Gewissheit über das was wahr ist erhalten.

 

So in der Art könnten Sie das Ganze formulieren, natürlich mit Ihren eigenen Worten entsprechend Ihrem Naturell. Das ist ein bisschen wie „Schwarzer Peter“ dieses berühmte Kartenspiel aus Kindertagen. Stecken Sie Gott den schwarzen Peter zu und damit auch die Verantwortung, wenn irgendwas an der ganzen Angelegenheit in die Hose geht. Damit müsste das Thema eigentlich auch abgeschlossen sein. Sie können entspannt abwarten, welches Ergebnis Ihr Experiment bringt.

 

Der richtige Zeitraum:

Vielleicht fragen Sie sich gerade, wie lange Sie warten müssen, bis Sie das Ergebnis Ihres Experiments denn nun tatsächlich sehen. Die Antwort darauf ist denkbar einfach. Machen Sie sich darüber keine Gedanken. Sie haben Gott die Möglichkeit eingeräumt, bei Ihnen persönlich vorstellig zu werden. Entweder er kommt, oder eben nicht. Das ist ganz und gar seine Angelegenheit. Sie können sich jetzt wieder unbeschwert mit allem anderen befassen, dass Ihnen sonst noch am Herzen liegt, denn Sie haben alles getan was in Ihrer Macht steht, um Gott wirklich kennenzulernen.